Neue Judolehrerin mit eidg. Fachausweis: Jorien Van Beek

Der JJCB gratuliert unserem neuesten TK Mitglied zur bestandenen Prüfung!

Jorien hatte sich im 2020 zum Ziel gesetzt, die Anerkennung in der Schweiz als Judolehrerin mit eidgenössichem Fachausweis zu erlangen. Trotz ihrer ausgewiesenen Kenntnisse, einem 6. Dan Judo und jahrzehntelanger Erfahrung als Trainerin wurde dieses Unterfangen schwieriger als angenommen. Auch Joriens Plänen hat Covid-19 zuerst einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch mit viel Zielstrebigkeit und Flexibilität hat sie ihr Ziel erreicht und die Prüfung – wenn auch unter besonderen Bedingungen – mit Erfolg bestanden.
Der JJCB gratuliert unserer Judo Trainerin Jorien ganz herzlich zu diesem Erfolg und dem verdienten Diplom!

Jorien gibt uns im nachfolgenden Bericht einen Einblick in ihre Prüfung unter Covid-19 bedingten Einschränkungen…

Meine Prüfung zur Judolehrerin mit eidgenössischem Fachausweis

1999 habe ich in den Niederlanden meine Prüfung zur Judolehrerin B (das höchste Niveau in den Niederlande) bestanden und habe seitdem unzählige Judoka im Alter von 4 bis 50+ unterrichtet, Judoka zu Medaillenerfolgen an nationalen Meisterschaften geführt und auf verschiedene Danprüfungen vorbereitet. Seit ich in der Schweiz bin möchte ich hier mein Diplom anerkennen lassen und habe ich mich daher für die Prüfung zur Judolehrerin mit eidgenössischem Fachausweis eingeschrieben. Da ich in den Niederlanden bereits anerkannte Judolehrerin bin, musste ich in der Schweiz nur noch eine praktische Prüfung absolvieren.

Meine Prüfung verlief jedoch nicht wie geplant. Meine Prüfungsaufgabe lautete ursprünglich, eine Kinder Judo Lektion im SC Nippon Bern zu leiten mit einer Anfängergruppe (max. Orangegurt) von 12 Judoka im Alter von 8 bis 11 Jahren. Leider haben die verschärften Covid-19 Massnahmen eine Woche vor dem Prüfungstermin diese Prüfungssituation nicht mehr ermöglicht. Ich wurde daher angefragt, ob ich bereit wäre, als neue Prüfungsaufgabe eine Einzelperson ohne Körperkontakt zu unterrichten. Ich dachte mir «Kein Problem - jemanden Ukemi (Fallschule) zu lehren macht mir Spass!». Einen Tag vor dem Prüfungstermin erhielt ich dann die nächste Hiobsbotschaft: meine Teilnehmerin musste sich in Quarantäne begeben und kam für die Prüfung nicht mehr in Frage.

Zum Glück konnte Andreas Santschi kurzfristig jemand anderes finden, der einspringen konnte! Die Mutter eines Judoka aus seiner Schule war bis vor 15 Jahren noch als Braungurt im Ju Jitsu aktiv und stellte sich für meine Prüfung zur Verfügung. Leider ist mein Auftrag für die Prüfung derselbe geblieben – es fiel mir schwer, jemanden Ukemi zu unterrichten, der sie schon beherrscht. Die Prüfung dauerte eine Stunde, machte Spass und bedeutete für mich auch diverse Improvisationen, da meine Teilnehmerin die Ukemi ja kannte. Anschliessend durfte ich noch verschiedene Fragen zur Unterrichtsgestaltung und den gewählten Übungen beantworten.
Nach der Prüfung hatte ich zunächst kein so gutes Gefühl. Ich empfand es doch als schwierig, eine Judo Lektion komplett anders gestalten zu müssen als gewohnt.

Nach sieben Wochen erhielt ich endlich den Bescheid, dass ich die Prüfung bestanden hatte - leider nicht mit der Note, die ich eigentlich erreichen könnte, aber bestanden ist bestanden!

Das nächste Ziel für die kommenden Jahre habe ich mir schon gesetzt: Anerkennung als Kata Instruktorin in der Schweiz! In den Niederlanden gibt es diese Qualifikation nicht, daher werde ich für alle Kata eine Prüfung machen dürfen.

Jorien


Auf dem Foto (2017): Jorien mit Ishiro Abe, 10. Dan Judo Kodokan, ihrem Judolehrer aus Japan

Foto Jorien Van Beek und Ishiro Abe, 10. Dan Judo Kodokan